Häufig fällt mir auf, das Suchterkrankung einen engen Zusammenhang mit einer oder mehreren Traumatisierungen hat. Nicht nur Traumata im eigenen Leben, sondern oft scheint das ganze Familiensystem traumatisiert zu sein. Das Trauma wiederholt sich nun von Generation zu Generation. Das sehe ich noch häufiger bei Klienten aus Deutschland oder Österreich wo Urgrossväter und Grossväter im Krieg waren. Aber auch in der Schweiz ist eine Generationen überschreitende Traumatisierung zu finden.
Das Unterbewusstsein sucht ein Ventil, etwas um den Druck und die überschüssigen Energie des Traumas los zu werden, anfangs hilft da Alkohol oder Medikamente sogar, also vorerst eine Lösung. Dann wird es aber wieder schlimmer und die Dosis wird erhöht.
Wichtig ist, dass wir als Aussen stehende, oder auch als Süchtige verstehen, das die Sucht an sich, eine Lösungsstrategie für ein Problem oder Trauma ist oder war. Auch wenn die Strategie nicht wirklich hilfreich war. Erkennt der Süchtige das, ist er schon einen Schritt weiter.
Der betroffenen Person fehlt eine andere Alternative, um mit seiner traumatischen Vergangenheit umzugehen.
Unser Unterbewusstsein ist darin etwas Beschränkt eine andere Alternative zu suchen. Hat irgend etwas einmal funktioniert, wendet es dieselbe Strategie immer wieder an. Funktioniert die Strategie nicht, mache es einfach "mehr" davon! Hat also ganz am Anfang ein Gläschen Wein noch gereicht um das innere schlechte Gefühl etwas zu besänftigen, muss es je länger je mehr sein. Vom Alkohol oder einer anderen Droge weg zu kommen ohne das Grundproblem zu lösen ist sehr schwer. Der Alkohol wird ja als Medikament gegen etwas benutzt. Solange dieses ETWAS noch da ist, benötigt der Betroffenen den Alkohol oder eine Alternative.
Jeder von uns hat ein Vater und eine Mutter, was die Beiden in ihrem Leben schweres getragen haben überträgt sich meist auch auf die Kinder. Nachfolge, Übernahme, Sühne, unterbrochene Beziehung, Identifikation, doppelte Verschiebung.
Viele Suchtkranke haben nahezu ausnahmslos das "gehen wollen" (in den Tod) als meist unbewusste Grundstimmung. Sucht ist Suizid auf Raten.
Um Suchtkranken zu helfen, ist es sehr Hilfreich bis zu den Urgrosseltern zurück zu schauen, was da passiert war. Wobei viele Suchtkranke, vor allem jüngere oft kaum Informationen über ihre "Geschichte und Herkunft" haben. In vielen Fällen korreliert das, mit dem hohen Mass an Ablehnung und Abwendung von der Herkunftsfamilie durch den Suchtkranken...
Bei Suchtkranken fällt oft ein eingeschränktes Einfühlungsvermögen auf. Das "nicht fühlen wollen" oder "sich nicht spüren wollen" ist ein Zentrales Muster, was meist mit minimiertem Selbstwertgefühl dazu führt, dass der Süchtige auch in Zeiten der Nüchternheit, oftmals Angst hat, unangenehme Gefühle zu zu lassen. Und wenn er dann mal was spührt, ist es ein weiterer sehr grosser Schritt für ihn, seiner eigenen Wahrnehmung zu trauen. Was er für die Traumaauflösung in irgend einer Form aber benötigen würde.
Wichtig ist hier wirklich, der Frage des Grundproblems, des Auslösers, dem auf den Grund zu kommen, dieses zu lösen, und dann über einen Entzug nach zu denken. Viele Süchtige können sogar ganz genau sagen wann sie mit Trinken oder Drogen angefangen haben, oft kennen sie auch "einen" Grund, meist ist es aber noch viel tiefer in der Kindheit verborgen.
Kinder die "gesund" Aufwachsen lernen Lösungstrategien von den Eltern, haben schon als Kinder genügend Selbstvertrauen auch mal was zu wagen oder genug Unterstützung um auch mal zu scheitern. Lernt das Kind: es ist nichts Wert, was es sagt gilt nicht, es darf keine eigene Meinung haben, es ist schutzlos, haltlos und so weiter, ist das Risiko gross, dass es bei der ersten Lebenskrise keine Möglichkeit hat sinnvoll zu reagieren.
Es gerät in Wut, Aggression, Gewalt. Damit lässt sich als Kind noch das eine oder andere Problemchen lösen. --- es hat also mal funktioniert! das heisst?--- das Unterbewusstsein wiederholt es auch im Erwachsenen Alter, und macht wenn es nicht wirkt, --- einfach mehr davon!
Dieser Mensch muss mit viel Liebe, Geduld und Verständnis "UMERZOGEN" werden. Er darf lernen das es auch anders geht.
Er muss es aber wollen! und bereit sein die Verantwortung und dann das neue Leben an zu nehmen.
Systemische-Hypno Therapie kann dabei sehr gut helfen
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