Adoption, wenn die Wurzeln fehlen...
Ich wurde adoptiert, habe zwar jetzt ganz liebe Eltern, finde aber keine Ruhe. Ich habe oft das Gefühl dass etwas in meinem Leben fehlt - woran liegt das?Immer wieder habe ich Klienten, die einen oder beide Elternteile nicht kennen.
Das führt in den meisten Fällen zu Problemen tief in der Seele.
Kinder, die zur Adoption weggegeben werden, verlieren den "Boden" unter den Füssen. Im Unterbewusstsein sitzt die hartnäckige Frage: warum? Bin ich so schlecht, dass meine Mutti mich nicht wollte? Was ist falsch an mir? Was hab ich getan? Die Kinder oder später die Erwachsenen suchen die Ursache meist bei sich, denn sie haben in der Schwangerschaft die Ängste und Nöte der Mutter direkt mitbekommen. Sie konnten sie aber nicht einordnen und verstehen. In jeder Zelle ihres Körpers sind sie gespeichert. Gefühle wie: nicht zu genügen, minderwertig zu sein, sich mehr als alle anderen anstrengen zu müssen, mangelnder Selbstwert, das Gefühl ungeliebt zu sein, nicht zu wissen, woher man kommt, eine Leere in sich, unklare Schuldgefühle und so weiter. Das führt bald auch zu massiven körperlichen Problemen. Die innere Leere wird nicht selten mit Unmengen von Süssigkeiten gestillt oder mit Zigaretten, Alkohol, Tabletten. Einige führen sehr gefährliche Sportarten aus und gehen immer an ihre Grenzen.
Andere bekommen Asthma, Morbus Crohn, massives Übergewicht (mehr als nur 10 kg!) oder andere unangenehme chronische Erkrankungen.
Und alles "nur" weil die Wurzeln fehlen.
Wenn mich die Mutter ablehnt, die mir am nächsten sein sollte, kann ich ja nur schlecht sein, nichts wert, wenn ich einfach so an fremde Menschen weggegeben werde. In meiner Seele verstehe ich die Not der Mutter nicht, die mit mir als ungeborenem Kind nichts anfangen kann. Ich spüre nur die Ablehnung und Angst, die allerdings gegen die "unpassende" Schwangerschaft und nicht gegen mich als Mensch und Persönlichkeit gerichtet ist.
Selbst die besten Adoptiveltern können die Leere nicht ganz füllen. Die Erlebnisse, die ich in der Schwangerschaft hatte, lassen sich mit dem Bewusstsein nicht lösen. Mit Hypnose aber füllen. Es geht nicht um Schuldzuweisung, sondern um Lösung und Findung, um Dankbarkeit für das Leben und Annehmen.
Die Wurzeln zu finden, auch wenn es nur im Geiste ist, hilft, wieder Boden unter den Füssen zu bekommen und die Leere zu füllen, Frieden und Versöhnung zu finden.
Es spielt wohl eine Rolle, ob ich "nur" meinen Vater nicht kenne oder beide Elternteile nicht.
Wenn ich einem Baum 50% der Wurzeln abschlage, kann er ev. noch überleben. Haue ich ihn ganz um...
Auch die liebsten Adoptiveltern können mir meine sytemische Verstrickung nicht nehmen. Ich bin und bleibe mit dem Schicksal von meinen leiblichen Eltern verbunden, auch wenn ich sie nicht kenne. Nicht nur genetische Erkrankungen auch die seelischen von bis zu 4 Generationen trage ich in mir.
Es ist zum Glück möglich, mit der Systemischen Hypnose diese Verstrickungen zu lösen und frei zu werden. Dazu ist es aber wichtig, sich damit auseinander zu setzen.
Ich möchte allen Adoptiveltern raten, ihr Adoptivkind möglichst früh aufzuklären, denn die Seele der Kinder weiss es!
Und um hinter dem Kind den unbekannten Eltern einen Platz zu geben, ihnen Achtung entgegen zu bringen, denn ohne sie hätten sie ja dieses Kind nicht!
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